Forum on Halogenated Pollutants 2019

Hochkarätiger Kongress in Raitenhaslach (Burghausen)

Wissenschaftler diskutieren Beurteilung von toxikologischen Inhalten in Lebensmitteln

LCTech, Hersteller für automatisierte Probenvorbereitungs-Systeme für Lebensmittel- und Umweltlabore aus Obertaufkirchen, führte vom 04. – 05.04.2019 einen hochkarätig besetzten Kongress zum Thema halogenierte persistente Schadstoffe, das FoHP (Forum on Halogenated Pollutants), im Akademiezentrum der TU München in Raitenhaslach bei Burghausen durch. 

Im Fokus standen dabei giftige Stoffe wie Dioxine/PCBs, bromierte Flammschutzmittel, chlorierte Paraffine und insbesondere auch poly- und perfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) in Lebensmitteln und Trinkwasser. Wie sehr diese Stoffe bereits unser tägliches Leben beeinflussen, ist an der öffentlichen Diskussion im Landkreis Altötting auf Grund von PFAS-Altlasten der chemischen Industrie zu sehen. 

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bemüht sich intensiv um die Berücksichtigung der besonderen Gefährlichkeit dieser Stoffe und eine weitere Reduzierung für die Verbraucher und Konsumenten. Schlüssel für die Beurteilung der Gefährlichkeit sind die durch Lebensmittel und Trinkwasser aufgenommenen Mengen dieser Stoffe bei einem Durchschnittskonsumenten in Verbindung mit ihrer entsprechenden toxikologischen Bewertung. Die ermittelten Werte werden der europäischen Kommission unterbreitet und fließen dann in Gesetzgebungsverfahren ein.

Vorab müssen diese Themen auf Ihre Umsetzbarkeit in analytischen Laboratorien, in Behörden und der Privatindustrie geprüft werden. Dass die sich immer weiter verschärfenden Grenzwerte eine erhebliche Herausforderung für analytische Labore darstellt, wurde in diesem Kongress deutlich aufgezeigt. Es wurde kollegial um die besten Strategien gestritten, aber auch Sinn und Unsinn bestimmter Grenzwerte diskutiert. Letztendlich ist die Diskussion zwischen der Europäischen Behörde, dem Europäischen Referenzlabor, nationalen Laboratorien und privaten Umweltlaboratorien in diesem Kongress weiter intensiviert worden.

Ein wesentlicher Bereich ist aber auch die Kommunikation mit den Verbrauchern und Konsumenten. Hier gibt es das Spannungsfeld zwischen toxikologischer Bewertung und realer Lebenssituation, da organisch erzeugte und damit erstrebenswerte und gesunde Nahrungsmittel auf Grund von Umwelteinflüssen höher belastet sein können, als Produkte aus der Massentierhaltung. Dies gilt für wild gefangenen Fisch, wie auch für BIO-Fleisch aus Weidehaltung bzw. Eier aus BIO-Produktion. Einig waren sich die Wissenschaftler, dass die Verseuchung der Umwelt langfristig und nachhaltig eingedämmt werden muss. 

77 meinungsbildende und führende Wissenschaftler aus 14 Nationen haben diesen Kongress besucht. Eingestimmt wurden sie bereits am Vortag mit einer Stadt- und Burgführung sowie einem Get-together am Abend. Begeistert waren alle Teilnehmer von dem „Steinernen Saal“ der Klosteranlage des TUM Akademiezentrum Raitenhaslach, wo die Vorträge gehalten wurden. Spontan wurde auch von den Mitarbeiterinnen der TU München eine Führung durch die sehenswerten Räumlichkeiten des Prälatenstocks durchgeführt, welche den positiven Eindruck des Veranstaltungsortes weiter verstärkt hat. Mit dieser Veranstaltung wurden nicht nur wichtige Zukunftsthemen diskutiert, alle Teilnehmer haben zudem eine positive Erinnerung an Burghausen und den geschichtlichen Hintergrund mitgenommen.

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